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Maxine Birker im Interview: Es ist das Spiel, was mir so viel Freude macht!

DSC Arminia Bielefeld Kapitänin und Co-Trainerin Maxine Birker im Interview mit Chris Punnakkattu Daniel (CPD Football)

Maxine Birker ist Kapitänin, Mittelfeldmotor und spielende Co-Trainerin der Frauenmannschaft des DSC Arminia Bielefeld. Die gebürtige Ostwestfälin wuchs in einer fußballbegeisterten Familie auf und entdeckte schon in jungen Jahren ihre Liebe für das runde Leder.

In einem sehr offenen und ausführlichen Interview mit mir spricht Maxine nun über ihre Fußballkarriere, warum ihr Vater ihr größter Kritiker ist, was sich im Frauenfußball verbessern muss und warum Mädchen und Jungen möglichst lange gemeinsam Fußball spielen sollten.

Interview


Chris Punnakkattu Daniel: Maxine, zunächst einmal möchte ich mich bei dir bedanken, dass du dir ein wenig Zeit für dieses Interview nimmst. Wie geht es dir?

Maxine Birker: Das ist gar kein Problem. Sehr gern. Leider bin ich zurzeit erkältet, aber sonst geht es mir gut. 🙂


Chris: Du stehst seit 2012 bei Arminia Bielefeld unter Vertrag und bist inzwischen nicht nur Kapitänin der Mannschaft, sondern seit einigen Jahren auch spielende Co-Trainerin. Wie bist du eigentlich zum Fußball gekommen? Wie wurde deine Begeisterung für das runde Leder geweckt?

Maxine: Mein Vater war früher selbst Fußballprofi bei Arminia Bielefeld und mein 3 Jahre älterer Bruder hat auch im Verein Fußball gespielt. Es lag mir also schon in den Genen und dazu habe ich früher bei meinem Bruder zugeschaut und wollte unbedingt mitspielen.


Chris: Wie viel Einfluss hatte dein Vater Wolfgang Mittendorf, der einst selbst in der Bundesliga spielte, auf deine Fußballbegeisterung und auf die Tatsache, dass du dich dann für eine aktive Laufbahn im Fußball entschieden hast?

Maxine: Natürlich hatte mein Vater einen sehr großen Einfluss darauf, dass ich so fußballverrückt bin. Er war früher lange Zeit mein Trainer und hat mir eigentlich so gut wie alles beigebracht.
Er ist mein härtester Kritiker, seine Meinung ist mir unheimlich wichtig. Wenn andere sagen, dass ich ein gutes Spiel gemacht habe, sagt er oft genau das Gegenteil. Aber wenn er wirklich mal sagt, dass es gut war, freue ich mich unendlich.


Chris: Du bist in Bielefeld geboren und da liegt es sehr nahe, dass du bereits in jungen Jahren eine Liebe zur Arminia entwickelt hast. War es schon immer dein Wunsch für Arminia Bielefeld zu spielen? Über welche Stationen bist du dann am Ende zur Arminia gekommen?

Maxine: Ich bin in Häger großgeworden und habe dort bei den Minikickern angefangen Fußball zu spielen. Nach kurzer Zeit habe ich bei den Jungs von Arminia Bielefeld ein Probetraining gemacht und durfte bleiben. Leider nur bis zur D-Jugend, weil die Förderung für Mädchen laut den damaligen Verantwortlichen von Arminia keinen Sinn machen würde, da es eine Mädchenabteilung gibt. Ich wollte aber so lange wie möglich bei Jungs spielen und bin dann zum VfL Theesen gewechselt.

Bis zur B-Jugend habe ich bei den Jungs gespielt, das durfte man damals mit einer Sondergenehmigung vom DFB. Ich muss zugeben, die Zeit mit den Jungs hat mir am meisten Spaß gemacht. Als ich dann zu den Mädchen wechseln musste, bin ich in die B-Jugend vom FC Gütersloh (heute FSV) gewechselt, weil sie in der höchsten Spielklasse spielten.

DSC Arminia Bielefeld Kapitänin und Co-Trainerin Maxine Birker (© MB Photography - Marc Beckamp)

DSC Arminia Bielefeld Kapitänin und Co-Trainerin Maxine Birker (© MB Photography)

Mit 15 Jahren habe ich mein Debüt bei Heike Rheine in der Bundesliga gegeben. Ich habe dort regelmäßig gespielt, die Fahrerei war mir jedoch irgendwann zu viel. Dann habe ich eine Fehlentscheidung getroffen und bin zurück zum FC Gütersloh gewechselt, aber nur für eine Saison. Dann bin ich zu Borussia Friedenstal gewechselt. Wir sind ein paar Mal in die erste Liga aufgestiegen und auch wieder ab. Leider ist mir die Lust am Fußball abhandengekommen… und ich habe 1,5 Jahre eine Pause vom Frauenfußball eingelegt.

In dieser Zeit habe ich eine A-Jugend trainiert in meinem Heimatort Häger. Mit den Jungs habe ich wieder sehr viel Lust am Fußball bekommen. So viel, dass ich unbedingt wieder anfangen wollte.. Eine alte Freundin von mir hatte mich kurz nachdem ich bei Herford aufgehört hatte angesprochen, ob ich nicht mit ihr bei Arminia spielen wollen würde. Aber damals hatte ich komplett die “Schnauze voll”… Das ist mir aber im Kopf geblieben. 1,5 Jahre später hatte ich Markus Wuckel angerufen und gefragt ob ich zu einem Probetraining vorbeikommen kann. Mir war die Spielklasse nicht wichtig, ich hatte für mich erkannt, dass es das Spiel ist, was mir so viel Freude macht und zudem, dass ich ohne Freude daran nicht so spiele, wie ich es kann. Dass wir so schnell, auf das jetzige Niveau von den Arminia Frauen kommen, war nicht abzusehen.


Chris: Wie sehr hat sich die Arminia-Frauenabteilung seit deinem Wechsel zum Verein gewandelt? Was sind die größten Unterschiede zwischen damals und heute?

Maxine: Die Frauenabteilung hat heute viel mehr Aufmerksamkeit als damals. Die Aufstiege kamen sehr schnell nacheinander, deshalb musste das Umfeld schnell mitwachsen.
Mittlerweile gibt es in jedem Bereich der Abteilung klare Ziele, das ist sehr wichtig. Die Mädels werden auf die Damenabteilung vorbereitet und viele haben die Ambition entwickelt mal in der 2. Liga für Arminia Bielefeld zu spielen. Die 1. Damenmannschaft spielt mittlerweile in der gleichen Spielklasse wie die Nachbarn aus Herford und Gütersloh, wer aus Bielefeld kommt muss nicht mehr wechseln um sein Ziel zu erreichen.
Ich hätte damals sehr gern die Möglichkeit gehabt für Arminia Bielefeld auf einem guten Niveau zu spielen. Die Abteilung und der Verein sind gerade dabei, genau das den Mädels zu ermöglichen. Das ist großartig.

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