CPD FOOTBALL | THE BLOG | The World of Indian football and beyond by Chris Punnakkattu Daniel

Maxine Birker im Interview: Es ist das Spiel, was mir so viel Freude macht!

DSC Arminia Bielefeld Kapitänin und Co-Trainerin Maxine Birker im Interview mit Chris Punnakkattu Daniel (CPD Football)

Chris: Arminia Bielefeld spielt dieses Jahr um die Qualifikation für die eingleisige 2. Frauen-Bundesliga. Wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf und wie siehst du eure Chancen das gesetzte Ziel zu erreichen?

Maxine: Bisher stehen wir ganz gut da. Die Liga ist unberechenbar. Jeder kann jeden schlagen.
Deshalb ist jedes Spiel eine Art Endspiel. Wir sind erst das zweite Jahr in der zweiten Liga, viele vergessen das.


Chris: Die eingleisige 2. Frauen-Bundesliga wird einige Mannschaften vor große Herausforderungen stellen, da weite Anreisen, höhere Kosten, etc. entstehen werden. Auch die Tatsache, dass viele Spielerinnen beruflich und/oder schulisch gebunden sind, ist ein nicht zu unterschätzender Faktor in diesem Zusammenhang. Wie schätzt du die Entwicklungen und die damit verbundenen Schwierigkeiten ein?

Maxine: Ich hatte es bereits angesprochen, ich gehe davon aus, dass die zweite Liga eine U-23 Liga wird. Mit einem Vollzeit-Job ist das nicht zu vereinbaren. Ich glaube nicht, dass dies der richtige Weg ist. Viele Fußballerinen im Alter von 25-30 werden sich dazu entscheiden aufzuhören – zumindest auf dieser Ebene.


Chris: Die Zahl der jungen Mädchen, die gerne Fußball spielen wollen, nimmt stetig zu. Wie sieht dein Rat an diese Kinder und Jugendlichen aus? Wie und wo sollten sie ihrer Leidenschaft nachgehen? Was sind aus deiner Sicht die richtigen und wichtigen ersten Schritte?

Maxine: Das Wichtigste ist, dass die Kinder immer ihren Spaß am Fußball behalten. Sie sollten wann immer sie können auf den Bolzplatz gehen und mit Freunden Fußball spielen. Dazu finde ich es für Mädels wichtig, dass sie lange bei den Jungs spielen.


Chris: Welche Rolle spielen Vorbilder für die Entwicklung eines Talents? Und wer waren oder sind deine eigenen Vorbilder?

Maxine: Ich denke, dass Vorbilder für viele Kinder und Jugendliche heutzutage sehr wichtig sind. Die Kids sehen wohin der Weg noch gehen kann, sie haben dadurch ein Ziel vor Augen. Vorbilder können helfen auch in schwierigen Situationen oder bei aufkommenden Zweifeln trotzdem am Ball zu bleiben. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich selbst jedoch nie ein personifiziertes Vorbild. Bei mir waren es eher gute Spielzüge, oder intelligente Pässe die in mir die Motivation geweckt haben auch so Fußball spielen zu wollen.


Chris: Wie wichtig ist es, neben dem Fußball auch einen Fokus auf die Schule, Studium und Ausbildung zu legen?

Maxine: Sehr wichtig. Bei den Männern ist es wichtig und bei den Frauen noch wichtiger. Es kann nicht jeder Profifußballer werden und man kann Pech haben und sich verletzen. So oder so sollte man immer versuchen den Sport und die Schule in Einklang zu bringen.


Chris: Du hast zu deiner Zeit beim Herforder SV eine Ausbildung begonnen und arbeitest inzwischen beim DSC Arminia Bielefeld in der Marketingabteilung. Wie sieht deine Tätigkeit in der Marketingabteilung aus? Und wie wichtig war es dir auch beruflich mit dem Fußball in Verbindung zu sein?

DSC Arminia Bielefeld Kapitänin und Co-Trainerin Maxine Birker (© MB Photography - Marc Beckamp)

DSC Arminia Bielefeld Kapitänin und Co-Trainerin Maxine Birker (© MB Photography)

Maxine: Ich bin seit Sommer letzten Jahres für das Projekt „Wir sind Ostwestfalen“ zuständig, welches in der Marketing- Abteilung angesiedelt ist. Wir haben 25 Partnerstädte und 10 Partnerschulen in Ostwestfalen mit denen wir zusammen Projekte und vieles mehr realisieren. Es macht mir unheimlich viel Spaß bei Arminia Bielefeld zu arbeiten. Früher habe ich immer darauf geachtet, dass ich einen Job habe, der mit dem Fußball zu vereinbaren ist. Durch meine neue Aufgabe stehe ich ab und zu im Konflikt mit dem Sport, den ich ausübe. Das nehme ich mittlerweile aber gerne in Kauf, da ich mich in meinem Job sehr wohl fühle. Natürlich spielt die Tatsache, dass es sich bei meinem Arbeitgeber um einen Fußballverein handelt auch eine große Rolle. Fußball ist meine große Leidenschaft, tagtäglich die Möglichkeit zu haben den Menschen in der Region Arminia Bielefeld näher zu bringen ist eine wunderbare Aufgabe!


Chris: Du bist seit 2014 bei Arminia als spielende Co-Trainerin tätig. Könntest du dir vorstellen irgendwann auch selbst als Cheftrainerin zu arbeiten?

Maxine: Ich kann mir das schon gut vorstellen. 🙂


Chris: Was sind deine sportlichen und beruflichen Ziele für die kommenden Jahre?

Maxine: Mein sportliches Ziel ist klar, der Klassenerhalt in der eingleisigen zweiten Liga.
Beruflich möchte ich die Menschen in Ostwestfalen Lippe und gern auch darüber hinaus für Arminia begeistern und jeden Tag dazu lernen. 🙂


Chris: Bevor wir zum Ende kommen, möchte ich dir eine Möglichkeit bieten, eine Nachricht an deine Fans und Nachwuchskicker zu richten und gerne noch etwas loszuwerden, was dir auf dem Herzen liegt und ich dich nicht gefragt habe.

Maxine: Das wichtigste ist, dass ihr die Freude am Fußball behaltet. Bleibt ihr selbst und lasst euch nicht in irgendeine vorgegebene Form pressen. Glaubt an euch und geht euren eigenen Weg.


Chris: Maxine, vielen lieben Dank für das Interview! Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und vor allem viel Erfolg für deine Zukunft!

Maxine: Sehr gern, ich danke dir.

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